Mein Kompass

In einem Jahr wird in Wandlitz gewählt. Ich habe keinen Fahrplan. Ich habe einen Kompass.

Auf dieser Seite steht, wofür ich stehe – Haltungen, keine fertigen Programmpunkte. Ein Programm, das ich heute allein am Schreibtisch schreibe, wäre in zwölf Monaten entweder überholt oder nie mit denen besprochen worden, für die es bestimmt ist. Das Konkrete entsteht im Gespräch. Diese Seite wächst mit.

Damit unsere Orte Heimat bleiben.

Das Motto der Gemeinde lautet: „Wandlitz, echt schön hier.“ Aber was bringt uns das, wenn das Wohnen hier für immer mehr Menschen unbezahlbar wird? Bezahlbarer Wohnraum ist für mich kein soziales Sonderthema, sondern die Voraussetzung dafür, dass Wandlitz eine Gemeinde für alle bleibt und nicht zum Wohnort für die wird, die es sich noch leisten können.

Dass darin ein Widerspruch steckt, weiß ich: Wer bezahlbaren Wohnraum will, muss bauen, und jedes Bauen verändert einen Ort. Ich werde diesen Widerspruch nicht wegreden. Es ist aber ein Unterschied, ob Lücken geschlossen werden mit einer Bebauung, die sich harmonisch einfügt, oder ob am Ortsrand ganze Felder zugebaut werden, ohne dass die dafür notwendige Infrastruktur mitwachsen kann. Das eine entwickelt unsere Gemeinde weiter, beim anderen stehen wir morgens im Stau, mittags in der Schlange und sind abends noch immer nicht bei unserer Familie.

Unsere Natur ist dabei kein Beiwerk und keine Kulisse – es ist der Grund, warum so viele Menschen hierher wollen, und damit zugleich die Ursache des Drucks, unter dem wir stehen. Deshalb hat sich die Gemeinde im Wandlitzer Entwicklungskonzept selbst darauf festgelegt, Innenentwicklung vor neue Flächen am Ortsrand zu stellen. Ein Konzept, das im Regal liegt, verändert allerdings nichts. Das Rathaus muss sich daran messen lassen – Bebauungsplan für Bebauungsplan.

Wandlitz muss keine große Metropole werden, um eine gute Zukunft zu haben. Es muss nur mutig genug sein, das zu bewahren, was es besonders macht – und klug genug, das zu verändern, was es besser machen kann. Menschen sollen hier gerne leben, arbeiten, Familien gründen und alt werden. Um das zu erreichen, müssen unsere Dörfer nicht zu einem einzigen Siedlungsband zusammenwachsen.

Verlässlichkeit für unsere Familien.

Zuverlässige Betreuung ist die Bedingung dafür, dass in Wandlitz Arbeit und Familie zusammengehen. Die Kita verstehe ich dabei als erste Bildungseinrichtung im Leben eines Kindes, in der die Grundlagen für den Erfolg in der Schule gelegt werden. Ein inhaltsstarkes Vorschuljahr mit motiviertem pädagogischem Fachpersonal und genug Zeit für die Aufgabe ist der Anfang.

Jugend braucht Orte, an denen sie einfach sein darf. Genauso braucht Jugendarbeit Personal, das nicht im Jahresrhythmus wechselt. Handlungsfelder gibt es genug: ein starkes Vereinsleben, Training für Bewerbungsgespräche, Jobmessen mit Betrieben von hier. Eine Gemeinde aber, in der junge Leute nur als störend wahrgenommen werden, verliert sie gleich zweimal: erst an die Bushaltestelle, und dann an Berlin.

Ärztliche Versorgung in erreichbarer Nähe, Pflege und ein selbstbestimmtes Leben im Alter sind kein Thema nur für die Älteren, sondern die Voraussetzung dafür, dass man in Wandlitz ein ganzes Leben verbringen kann und nicht nur den gesunden Teil davon.

Hier muss ich ehrlich sein: Ein Bürgermeister stellt keine Ärztinnen und Ärzte ein. Über Kassensitze entscheidet nicht das Rathaus. Wer im Wahlkampf einen Arzt verspricht, verspricht etwas, das er nicht halten kann. Was eine Gemeinde tun kann, ist trotzdem nicht wenig: Räume und Grundstücke, Unterstützung bei Wohnung und Kinderbetreuung, Hilfe bei der Praxisnachfolge statt Formularen, ein Ansprechpartner, der zurückruft. Eine Gemeinde kann sich darum bemühen, ein attraktiver Standort zu sein. Das ist mühsam und dauert Jahre. Ich halte es trotzdem für unsere Aufgabe.

Damit Selbstverständliches wieder selbstverständlich wird.

Ein Bus, der abends noch fährt. Ein Schulweg, auf dem man sein Kind allein gehen lässt. Eine Antwort aus dem Rathaus. Nichts davon ist spektakulär – und genau deshalb fällt es erst auf, wenn es fehlt.

Sichere Wege sind kein Komfortthema. Für Kinder auf dem Schulweg, für Radfahrer, für Fußgänger, für Ältere mit Rollator. Und beim Nahverkehr messe ich nicht an Linien auf der Karte, sondern daran, ob eine Vierzehnjährige abends aus Bernau nach Hause kommt, ohne dass jemand sie fahren muss.

Eine Antwort ist das Mindeste. Bürgernähe kann in Bearbeitungszeit gemessen werden. Was mich stört, ist der Reflex, mit einer Rechtsgrundlage zu antworten, wo eine Erklärung gefragt war. Wir verdienen eine Verwaltung, die zuerst fragt, was jemand eigentlich erreichen will, und dann sucht, ob es einen Weg gibt.

Beteiligung, die stattfindet, wenn alles feststeht, ist eine Anhörung – und die Leute merken das. Nichts beschädigt Vertrauen so zuverlässig wie das Gefühl, zur Bestätigung eingeladen worden zu sein. Frühe Beteiligung ist anstrengender: Sie dauert länger, sie bringt Widerspruch, und sie zwingt dazu, Dinge zur Diskussion zu stellen, die man lieber schon entschieden hätte. Ich halte sie trotzdem für richtig, weil die Erfahrung vor Ort meistens Dinge kennt, die auf keinem Plan stehen.

Stabile Finanzen. Starke Gemeinde.

Der Wunsch etwas haben zu wollen ist noch keine Bedarfsbegründung. Das sollte auch wieder für unseren kommunalen Haushalt gelten. Wir müssen den Spagat zwischen dem Abbau der enormen Schuldenlast und den dringend notwendigen Investitionen in unsere Infrastruktur schaffen.

Schulden abbauen und trotzdem investieren – das geht nicht bei allem gleichzeitig. Wer das behauptet, hat entweder die Zahlen nicht gelesen oder erzählt Wahlkampf. Was ich sagen kann, ist der Maßstab, nach dem ich sortiere. Was heute nicht repariert wird, kostet in fünf Jahren mehr – Instandhaltung ist keine Sparmaßnahme, sondern eine aufgeschobene Ausgabe mit Zinsen. Was dauerhaft Folgekosten erzeugt, prüfe ich härter als eine einmalige Anschaffung. Und wenn wir uns etwas nicht leisten können, sage ich das, statt es auf die nächste Wahlperiode zu verzögern. Das ist unbequem, aber es ist ehrlicher als eine Liste, auf der alles steht.

Wirtschaft schafft Zukunft.

Eine starke lokale Wirtschaft bedeutet Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze, Wertschöpfung und Zukunftsperspektiven. Unsere Lage im Berliner Ballungsraum ist dabei eine Chance, die wir selbstbewusst nutzen sollten. Die Gemeinde soll ein attraktiver Standort für Dienstleistung, Handwerk und Wirtschaft sein – mit guten Bedingungen für Unternehmen, Selbstständige und innovative Ideen.

Wirtschaft heißt bei uns nicht Großindustrie. Wirtschaft heißt bei uns der Malerbetrieb mit vier Leuten, die Physiotherapeutin, der Dachdecker, die Steuerberaterin, der Hofladen, das Pflegeteam, die Werkstatt am Ortsrand. Diese Betriebe zahlen hier Gewerbesteuer, bilden hier aus und sind da, wenn nach dem Sturm das Dach offen ist.

Deshalb rede ich nicht in erster Linie von Ansiedlung, sondern von denen, die längst hier sind. Ihr häufigstes Problem ist selten fehlende Förderung – es ist Zeit: Genehmigungen, die liegen bleiben, Ansprechpartner, die wechseln, Antworten, die Monate brauchen. Ihre häufigste Erfahrung mit dem Rathaus sollte nicht Warten sein. Ein Rathaus, das verlässlich und schnell antwortet, ist die wirksamste Wirtschaftsförderung, die eine Gemeinde selbst in der Hand hat. Und sie kostet fast nichts.

Jetzt fehlt noch Ihr Teil.

Ganz oben steht, dass hier kein Programm zu finden ist. Das war keine Ausrede, sondern ein Angebot: Was auf dieser Seite steht, ist der Anfang eines Gesprächs, nicht sein Ergebnis.

Ich weiß, dass hier Lücken sind. Manche kenne ich, andere nicht – und ich werde sie nicht dadurch finden, dass ich länger am Schreibtisch sitze. Also: Was fehlt? Wo liegen Sie richtiger als ich? Was sieht in Klosterfelde anders aus als in Schönwalde? Widerspruch ist mir dabei lieber als Zustimmung. Aus Zustimmung lerne ich nichts.

Drei Wege, das zu tun:

Schreiben Sie mir. Ich antworte selbst, manchmal nicht sofort.

Sprechen Sie mich an. Auf der Straße, beim Dorffest oder auf dem Spielplatz. Ein Gespräch von zehn Minuten bringt mir mehr als zehn Seiten Papier.

Sagen Sie es weiter. Wenn Sie jemanden kennen, der über ein Thema hier mehr weiß als wir beide — Handwerkerin, Erzieher, Pflegekraft, Landwirt, Vereinsvorsitzende: Ich höre zu. Stellen Sie den Kontakt her.

Was daraus wird, sehen Sie an dieser Stelle. Diese Seite bekommt kein Redesign zum Wahlkampfstart, sondern Absätze, die sich ändern, weil jemand einen besseren Einwand hatte. Was sich geändert hat und warum, steht dann jeweils dabei.

Im September 2027 wird gewählt. Bis dahin ist noch viel Zeit – genug, um vieles zu klären, und zu wenig, um es allein zu tun.